
Bypass oder Amboss entscheidet sich am Holz: Bypass für lebendes, Amboss für totes und trockenes. Warum das so ist und wann sich beide Bauformen nebeneinander lohnen, lesen Sie weiter unten im Abschnitt „Bypass- oder Amboss-Schere: Was ist besser?“. Eine gute Einhandschere schneidet Äste und Zweige bis etwa 22 bis 25 mm Durchmesser, darüber übernimmt eine Astschere oder Baumschere mit langen Griffen. Wichtiger als der Markenname sind drei Dinge: eine scharfe Klinge aus gehärtetem Stahl, Griffe, die zu Ihrer Hand passen, und die Frage, ob es Ersatzteile gibt. Die folgenden Abschnitte erklären Schritt für Schritt, worauf Sie beim Kauf einer Gartenschere achten sollten.
Das passende Werkzeug für die Schnittarbeit ist eine wichtige Überlegung wert.
Ein Laie mag denken: „Schere ist Schere! Billige Angebote der Discounter reichen völlig aus.“ Ein Fachmann beurteilt das Werkzeug dagegen nach drei Kriterien: Funktionalität (schneidet es sauber?), Ergonomie (liegt es gut in der Hand?) und Materialqualität (wie lange hält es, wie viel Pflege braucht es?). Der Anschaffungspreis steht bei ihm nicht an erster Stelle.
Diese drei Kriterien ordnen auch die folgenden Abschnitte: erst die Bauform, dann Klinge und Schneide, dann Griffe und Handhabung, zuletzt Pflege und Ersatzteile.
Gartenschere ist nicht gleich Gartenschere. Wer eine neue Gartenschere sucht, findet im Handel eine große Auswahl an Bauformen, die für sehr unterschiedliche Arbeiten gedacht sind:
Für Hecken ist die Handschere dagegen das falsche Schneidwerkzeug: Dort arbeiten Sie mit einer Heckenschere, wie wir es beim Heckenschnitt beschreiben. Und sobald der Durchmesser über die Leistung einer Astschere hinausgeht, ist die Säge dran – worauf es dabei ankommt, steht in unserem Beitrag zum Kauf einer Astsäge.
Diese Frage stellt sich vor fast jedem Kauf, und sie hat keine pauschale Antwort. Die Bypass-Schere arbeitet wie eine Haushaltsschere: Zwei aneinander vorbeigleitenden Klingen trennen den Trieb ab, ohne ihn zu quetschen. Das Ergebnis sind saubere, präzise Schnitte an lebendem Gewebe, die Wunde verschließt sich schneller. Deshalb ist die Bypass-Gartenschere die richtige Gartenschere für alles, was noch im Saft steht: junge Triebe, Rosen, Obstgehölze, Stauden.
Die Amboss-Schere setzt dagegen nur eine Klinge ein, die den Ast an eine breite Auflage drückt. An lebendem Holz quetscht das die Randbereiche, an trockenem, verholztem oder totem Material spielt das keine Rolle mehr. Dafür kommen Sie mit demselben Kraftaufwand durch einen dickeren Ast. Wer beides regelmäßig schneidet, legt sich am besten beide Scheren zu – das ist immer noch günstiger als eine Schere, die ihre Aufgabe nur halb erledigt.
Eine scharfe Klinge ist das Merkmal, ohne das kein anderes zählt: Sie trennt Zweige und junge Triebe, statt sie zu quetschen, und die Wunde am Gehölz verschließt sich schneller. Welcher Stahl diese Schärfe hält, steht weiter unten im Abschnitt zum Klingenmaterial.
Wenn die Klinge mit einer speziellen Rille ausgestattet ist, kann der Pflanzensaft besser ablaufen und das Metall verklebt nicht.
Scherengriffe sollten widerstandsfähig und hart sein, ohne dabei schwer zu werden; geschmiedetes Aluminium erfüllt beides. Welche Griffform und welche Griffweite zu welcher Hand passen, klären wir weiter unten im Abschnitt zur Ergonomie.
Die Öffnungsfeder sollte eine gerollte Flachbandfeder sein. Im Gegensatz zur Spiralfeder aus Draht kann sie sich nicht verklemmen und ist zudem wesentlich formstabiler.
Die Ausstattung mit einem Mikrometer-System ist sinnvoll. So kann man den Schneidkopf optimal einstellen.
Eine Entriegelung der Gartenschere mit dem Daumen, während die anderen Finger die Griffe festhalten, kann mit einer speziellen Verschlussklinke einhändig bewerkstelligt werden – ebenso das Wiederverriegeln.
Manche Klingen sind mit einer Kerbe ausgestattet, die auch das Abschneiden von Eisendrähten mit kleinem Durchmesser erlaubt. So wird der Rest der Klinge nicht beschädigt.
Bei hochwertigen Gartenscheren lassen sich Klinge, Feder und Verschluss einzeln austauschen, statt das ganze Werkzeug zu ersetzen. Ob sich der Aufpreis dafür rechnet, hängt davon ab, wie viel Sie tatsächlich schneiden – dazu weiter unten mehr.
Dickere Äste können nicht mehr mit einer Einhandschere bewältigt werden. Entweder man benutzt zur Entfernung eine Säge oder gönnt sich eine gute Astschere mit Kraftübersetzung. Diese sorgt dafür, dass sich beim Schneiden der Kraftaufwand verringert, und auch Äste bis etwa 40mm Durchmesser butterweich geschnitten werden können. Zweihandscheren eignen sich besonders zum Schneiden von entfernten Ästen. Der verlängerte Arm benötigt noch keine Leiter und der Schneidevorgang im stark verästelten Gehölz wird erheblich erleichtert.
Auch bei Zweihandscheren sollte natürlich die Qualität stimmen. Zuverlässig scharfe Klingen sind selbstverständlich, sonst wird die Pflanze unnötig verletzt. Extraleichte, lange Griffe aus geschmiedetem Aluminium sind unumgänglich.
Auch Astscheren gibt es mit Bypass- und mit Amboss-Schneidkopf, und die Wahl folgt derselben Regel wie bei der Einhandschere. Hier fällt sie nur stärker ins Gewicht: Weil Sie mit beiden Armen arbeiten und die Äste dicker sind, merken Sie den Kraftvorteil des Ambosses bei trockenem Holz deutlich. Achten Sie darauf, dass sich der Schneidkopf nachstellen und die Klinge wechseln lässt.
Die langen Griffe müssen leicht und trotzdem sehr stabil sein. Bei längerem Arbeiten spielt das Gewicht dieses Werkzeugs eine wichtige Rolle. Oberarme und Schultern werden bei der Schnitttätigkeit auf Dauer sehr belastet. So kann eine möglichst leichte Astschere die Arbeit sehr erleichtern. Trotz ihrer Größe sollte sie handlich und komfortabel in der Anwendung sein. Rutschfeste Griffe sorgen für sicheren Halt, mit und ohne Arbeitshandschuhe.
Astscheren sind in verschiedenen Längen erhältlich (Gesamtlängen etwa 40, 50, 60 und 80cm).
Die Klinge entscheidet über die Standzeit. Hochwertige Gartenscheren haben eine Schneide aus gehärtetem Stahl, oft geschmiedet: außen hart genug, um die Schärfe zu halten, im Kern elastisch, damit nichts ausbricht. Angaben wie japanischer SK5 Stahl auf dem Etikett beschreiben genau diese Härte und sagen noch nichts über die Verarbeitung des restlichen Werkzeugs aus.
Klingen aus rostfreiem Edelstahl sind pflegeleicht und laufen nicht an, sind aber meist etwas weicher als gehärteter Werkzeugstahl. Beschichtete Klingen – oft mit einer Antihaftschicht – verkleben weniger mit Harz und Pflanzensaft, die Schicht nutzt sich mit den Jahren jedoch ab. Am wichtigsten bleibt: Die Schneide muss nachschärfbar und die Klinge im Idealfall austauschbar sein.
Eine Gartenschere, die gut in der Hand liegt, spart über einen Arbeitstag mehr Kraft als jede Werbeaussage verspricht. Achten Sie auf ergonomische Griffe mit rutschfester Auflage, auf einen Stoßdämpfer oder Anschlagpuffer, der den Rückschlag beim Durchtrennen abfängt, und auf eine Griffweite, die Ihre Hand in geöffnetem Zustand noch bequem umfasst.
Für kleine Hände gibt es Modelle mit kürzerem Griffabstand und schmalerem Schneidkopf; sie sind komfortabel zu führen und ermüden weniger. Die meisten Scheren sind für Rechtshänder gebaut, weil der Verschluss mit dem Daumen der rechten Hand bedient wird. Es gibt jedoch echte Linkshänder-Modelle, bei denen Klinge und Verschluss spiegelverkehrt sitzen. Wer die Wahl hat, nimmt die Schere vor dem Kauf einmal in die Hand und öffnet und schließt sie mehrfach.
Eine teure Schere ist nicht automatisch die bessere. Der Aufpreis lohnt sich dann, wenn er in Dinge fließt, die Sie später brauchen: Ersatzklingen, Ersatzfedern, ein nachstellbarer Schneidkopf und eine Schneide, die sich wieder scharf schleifen lässt. Eine solche Schere begleitet Sie Jahrzehnte. Eine günstige Schere ohne Ersatzteile ist nach der ersten stumpfen Klinge Abfall – und arbeitet bis dahin unsauber.
Akku-Scheren sind sinnvoll, wenn viele Schnitte am Stück anfallen, etwa im Obstbau oder bei großen Beständen. Sie nehmen der Hand die Arbeit ab und beugen Beschwerden vor. Für den normalen Hausgarten mit ein paar Sträuchern und zwei Obstbäumen ist eine gute Handschere fast immer die vernünftigere Anschaffung: leichter, wartungsärmer und jederzeit einsatzbereit.
Auch die beste Gartenschere wird stumpf. Wischen Sie die Klingen nach jedem Einsatz ab und entfernen Sie Harz und Pflanzensaft, solange sie noch feucht sind; getrocknete Rückstände lassen sich später nur mit Mühe lösen. Danach die Schere trocken reiben und das Gelenk sowie die Feder mit einem Tropfen harzfreiem Öl versehen. Aufbewahrt wird sie geschlossen und trocken, nicht im feuchten Geräteschuppen auf dem Boden.
Geschärft wird die Bypass-Klinge nur auf der angeschliffenen Außenseite, im ursprünglichen Winkel, mit einer feinen Feile oder einem Abziehstein. Die Gegenklinge bleibt unangetastet. Bei der Amboss-Schere wird die Schneide beidseitig geführt. Wie oft das nötig ist, hängt vom Einsatz ab: Wer regelmäßig schneidet, zieht die Schere alle paar Arbeitstage kurz nach, statt einmal im Jahr viel Material abzutragen. Beim Schnitt an kranken Gehölzen sollten Sie die Klingen zusätzlich desinfizieren, damit Sie Krankheiten nicht von Pflanze zu Pflanze tragen. Welcher Schnitt wann ansteht, haben wir in der Anleitung zu Schnittarbeiten im Garten zusammengefasst.
Im Baumarkt und im Gartenfachhandel können Sie die Schere vor dem Kauf in die Hand nehmen, das Gewicht spüren und die Griffweite prüfen – bei einem Werkzeug, das Sie stundenlang halten, ist das viel wert. Online kaufen Sie dagegen aus einer größeren Auswahl an Marken und finden leichter Ersatzklingen und Ersatzfedern für ein bestimmtes Modell.
Ein guter Weg ist die Kombination: Die Bauform vor Ort ausprobieren, dann gezielt das Modell bestellen, das gepasst hat. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob der Hersteller Ersatzteile führt. Genau daran erkennt man eine hochwertige Gartenschere zuverlässiger als am Preisschild.
Im gewerblichen Einsatz zählt nicht das Datenblatt, sondern die Frage, ob das Werkzeug den Tag übersteht und am Abend wieder scharf zu bekommen ist. Deshalb greifen Profis zu robusten Einhandscheren mit austauschbarer Klinge, Feder und Verschluss, dazu kommt eine Astschere für alles ab etwa 25 mm und eine Säge für den Rest. Fast alle führen mehrere Scheren mit: eine Bypass-Schere für lebendes Holz, eine Amboss-Schere für Totholz.
Wir arbeiten seit über 25 Jahren mit Handscheren im täglichen Einsatz und pflegen sie entsprechend: reinigen nach jedem Auftrag, regelmäßig nachschärfen, Verschleißteile ersetzen statt die ganze Schere zu tauschen. Diese Routine ist der eigentliche Unterschied zwischen einer Schere, die drei Jahre hält, und einer, die zwanzig Jahre hält.
Eine scharfe Klinge aus gehärtetem Stahl, ergonomische Griffe, die zur Hand passen, eine formstabile Öffnungsfeder, ein sicherer Verschluss und die Möglichkeit, Klinge und Feder zu ersetzen. Kommt eine Saftrille und ein einstellbarer Schneidkopf dazu, ist es eine Schere fürs Leben.
Eine Einhandschere ist für Äste und Zweige bis etwa 22 bis 25 mm Durchmesser gebaut. Die Angabe gilt für frisches Holz; bei trockenem, hartem Holz liegt die Grenze spürbar darunter. Ab etwa 25 mm nehmen Sie eine Astschere, die mit Kraftübersetzung bis rund 40 mm kommt, darüber die Säge. Wer eine Schere über ihre Grenze zwingt, verdreht das Gelenk und verbiegt die Klinge.
Wir führen keine eigenen Produkttests durch und empfehlen deshalb keinen Hersteller. Entscheiden Sie nicht nach dem Markennamen, sondern danach, wie die Schere in Ihrer Hand liegt, wie sauber sie schneidet und ob es für das konkrete Modell Ersatzklingen und Ersatzfedern gibt.
Sobald die Schere Triebe eher quetscht als trennt oder Sie deutlich mehr Kraft brauchen als gewohnt. Bei regelmäßiger Gartenarbeit heißt das: alle paar Einsätze kurz abziehen. Ein gründlicher Schliff genügt meist einmal pro Saison.
Ja. Bei echten Linkshänder-Modellen sind Schneidkopf und Verschluss spiegelverkehrt aufgebaut, sodass sich die Schere mit der linken Hand öffnen und sichern lässt. Symmetrische Griffe allein machen aus einer Rechtshänder-Schere noch kein Linkshänder-Modell.
Für Balkon, Beet und Rosen genügt eine leichte Bypass-Schere. Für einen Hausgarten mit Sträuchern und Obstbäumen sind eine Bypass-Schere, eine Amboss-Schere und eine Astschere die sinnvolle Grundausstattung. Kommen große Bestände oder hohe Kronen dazu, lohnt sich Werkzeug in Profiqualität – oder Sie geben den Schnitt aus der Hand.
Sie haben das Werkzeug, aber nicht die Zeit oder die Leiter? Green Cuts übernimmt den Schnitt seit über 25 Jahren für Gärten in Heidelberg, Leimen, Sandhausen, Dossenheim, Schriesheim, Eppelheim, Nußloch, Walldorf und Umgebung. Wir sehen uns Ihren Garten vor dem Angebot kostenlos an, schneiden fachgerecht und entsorgen das Schnittgut auf Wunsch gleich mit. Wer den Garten dauerhaft in Form halten möchte, nutzt unser Abo-System mit drei Terminen im Frühjahr und drei im Spätjahr. Rufen Sie uns unter +49 178 6262717 an oder schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
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